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Umfrage: Bürger befürworten Energiewende und sind bereit, die Kosten dafür zu tragen

Berlin, 29.08.2011. Erneuerbare Energien sind bei den Deutschen beliebt: Einer repräsentativen Umfrage von TNS Infratest zufolge, halten 94 Prozent der Bundes­bürger den verstärkten Ausbau der Erneuerbaren Energien mindestens für „wichtig“ oder sogar für „sehr bzw. außerordentlich wichtig“. Dieser hohe Wert, unter  1.002 Befragten bundesweit ermittelt, entspricht vergleichbaren Umfragen in den Vor­jahren, welche die Agentur für Erneuerbare Energien regelmäßig durchführen lässt.

„Die stabile hohe Zustimmung zum Ausbau der Erneuerbaren Energien ist ein klares Votum der Bevölkerung für eine rasche und konsequente Energiewende“, folgert Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. Dies gilt selbst dann, wenn die Erneuerbare-Energien-Anlagen in Wohnortnähe der Befragten errichtet werden, so das Ergebnis der Umfrage: Rund 65 Prozent der Bürger finden Ökostromkraftwerke in ihrer Nachbarschaft „sehr gut“ oder „gut“. Die konkrete Zustimmung liegt sogar noch höher, wenn die Befragten etwa mit Windenergie­anlagen oder Solarparks in ihrer unmittelbaren Wohnumgebung bereits Erfahrungen gemacht haben. „Den meisten Bürgern ist offensichtlich sehr gut bewusst, welchen Mehrwert die Erneuerbaren Energien mit sich bringen. Sie akzeptieren sie deshalb auch bereitwillig vor der eigenen Haustür“, ergänzt Vohrer.

Die hochgradige Akzeptanz der Erneuerbaren Energien erklärt auch die hohe Bereitschaft, die Kosten für die Förderung der Erneuerbaren Energien zu tragen: Laut TNS Infratest halten mehr als drei Viertel (79,4 Prozent) der Befragten die derzeitige Umlage von 3,5 Cent pro kWh für "angemessen" oder sogar für "zu niedrig", nur 15 Prozent schätzen sie als „zu hoch“ ein.

„Der Ausbau Erneuerbarer Energien bringt nicht nur Kosten, sondern vor allem auch einen erheblichen Nutzen mit sich: in Form von Klimaschutz, Versorgungssicherheit für kommende Generationen und Importunabhängigkeit. Die Mehrheit der Bevöl­kerung sieht diese Vorteile und ist deshalb willens, die Energiewende auch zu finanzieren“, kommentiert Philipp Vohrer die Umfrageergebnisse.

Eine sichere Zukunft für kommende Generationen gehört zu den in der Umfrage am häufigsten genannten Vorteilen der Energiewende. Mehr als  80 Prozent der Befragten sehen sie durch den Umstieg auf Erneuerbare Energien gewährleistet. Dicht gefolgt vom Klimaschutz, den 79 Prozent der Befragten mit Wind, Solar und Co. verbinden. Aber auch die Chance, sich an der Energieversorgung zu beteiligen (66 Prozent) und die Unabhängigkeit von Energieimporten (65 Prozent) sind der Umfrage zufolge wichtige Beweggründe dafür, dass die Mehrzahl der Bürger bereit ist, den Umstieg auf Erneuerbare Energien zu unterstützen.

 

 

 

 

 

08.09.11 - Pressemitteilung

LR Anschober: Oberösterreich setzt beim Ausbau von Solarstrom auf Bürgerkraftwerke


Ziel: Bis Ende 2015 ein Quadratmeter Solarfläche pro Oberösterreicher/in - Bis 2060 kann Solarenergie die Hälfte des weltweiten Stromverbrauches abdecken

(LK) Das Land Oberösterreich will in den kommenden Jahren die Fläche an Solarstromanlagen massiv ausbauen. Dazu werden derzeit Informationsveranstaltungen durchgeführt, die Genehmigungsverfahren vereinfacht und Aktionen, wie jene der Solarschulen, gestartet. Energie-Landesrat Rudi Anschober: "Ganz stark werden wir in den kommenden Jahren auch Bürgerkraftwerke forcieren. Denn viele haben nicht die Möglichkeit eines eigenen geeigneten Daches, viele sind aber bereit, Anteile von Photovoltaik- Kraftwerken zu erwerben. Die erste Initiative der Linz AG, Sonnenscheine, ist dazu ein Modell. Bereits im kommenden Jahr sollen in Oberösterreich mehrere Bürgerkraftwerke folgen, die von unterschiedlichen Betreibern geführt werden. Die Vorgespräche laufen derzeit und sind vielversprechend."


Insgesamt ist Energie-Landesrat Rudi Anschober überzeugt, dass die Sonnenenergie erst am Beginn ihrer Entwicklung steht und ein enormes Ausbaupotenzial hat. Laut einer Vorausmeldung des Solarmagazins "Photon" geht die internationale Energieagentur von einem Ausbaupotenzial von bis zu 50 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs bis 2060 aus. Anschober: "Alleine diese Zahl zeigt die enormen Möglichkeiten, die uns die Solarenergie in den nächsten Jahrzehnten bringen wird, wenn wir heute die richtigen Investitionsweichen stellen."

 

 

30.05.11

Starke Argumente

Quelle: www.photovoltaik.eu | Ina Röpcke, Petra Hannen, Michael Fuhs

Energiediskussion: Stammtischparolen, die wie im Artikel ab Seite 18 beschrieben die Photovoltaik in Misskredit bringen, sind bei genauer Betrachtung meistens nicht haltbar. Was zählt, sind Sachargumente.

Photovoltaikanlagen werden zurzeit häufig und heftig kritisiert. Aber es gibt viele Argumente, die für Solarenergie sprechen und die Kritik entschärfen.

Brandgefahr: Die Angst, dass die Feuerwehr ein brennendes Haus nicht löscht, weil sich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach befindet, ist unbegründet. Die Einsatzkräfte können bei einem solchen Feuer durchaus eingreifen – wie genau, hat ihnen eine bundesweite Aufklärungsaktion des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) mit Schulungen und aktuellen Broschüren detailliert erläutert. Schließlich löscht die Feuerwehr auch andere Gebäude, wo elektrische Anlagen im Spiel sind. Die Regeln der Unfallverhütungsvorschrift „Brandbekämpfung im Bereich elektrischer Anlagen“ (DIN VDE 0132) schreiben lediglich gewisse Mindestabstände vor.

Energierücklaufzeit: Die Zeit, die eine Photovoltaikanlage betrieben werden muss, bis sie die für ihre Herstellung aufgewendete Energie produziert hat, hängt vom Zelltyp, dem Effizienzgrad und dem Standort der Anlage ab und liegt mehreren Studien zufolge etwa zwischen 15 und 50 Monaten. Prägnanter bei der Betrachtung der Ökobilanz ist jedoch der sogenannte Erntefaktor, also die Frage, wie oft man die in die Anlage hineingesteckte Energie herausbekommt: In Deutschland erzeugt eine Photovoltaikanlage – wiederabhängig von den erwähnten Faktoren – etwa das 5,5- bis 20-fache der für ihre Produktion notwendigen Energie.

Entsorgungsproblem: Die Industrie ist sich der Notwendigkeit der fachgerechten und umweltschonenden Entsorgung von Photovoltaikmodulen bewusst. 2007 haben deshalb sechs Hersteller den Verband „PV Cycle“ gegründet, der derzeit 170 Mitglieder hat, davon sind 147 Hersteller von Modulen. PV Cycle will bis 2015 ein Rücknahme- und Recycling-System für die EU-Länder sowie die Staaten der EFTA aufgebaut haben. Die nächste Sammelstelle kann auf der Website www.pvcycle.org ermittelt werden.

Vorwurf der Verschandelung: Gestalterischer Idealfall ist ein komplettes Solardach, bei dem die Module in die Dachhaut integriert sind. Aber auch für die ansprechende Gestaltung von Aufdachanlagen gibt es Ideen – unter anderem im Infobrief Nr. 8 der Regierung von Oberbayern: „Solaranlagen gut gestaltet“ von Christian Schiebel, der im Internet unter www.regierung-oberbayern.de/aufgaben/planung/veroeffentlichung/ heruntergeladen werden kann. Die Größe und die Position der Anlage und die Restfläche des Daches sollten danach in einemruhigen, harmonischen Verhältnis zueinander stehen. Gut sei eine Anordnung entlang dem First oder der Traufe.

Photovoltaik als Strompreistreiber: Der Ausbau der Erneuerbaren treibt nicht den Strompreis in die Höhe, sondern dämpft ihn sogar – dank des Merit-Order-Effekts. Das liegt an der Art, wie an der Leipziger Strombörse die Strombeschaffungskosten entstehen. Das Fraunhofer-Institut beispielsweise hat errechnet, dass die Erneuerbaren 2009 bezogen auf den gesamten deutschen Stromverbrauch eine entlastende Wirkung von etwa 3,1 Milliarden Euro hatten. Auch die Bundesnetzagentur hat festgestellt, dass die Strompreiserhöhungen mit der Steigerung der EEG-Umlage zu begründen „sachlich nicht gerechtfertigt“ sei.

Speicherproblem: Die Einspeisung von Photovoltaikstrom fluktuiert naturgemäß mit dem Tages- und Jahresverlauf und in Abhängigkeit vom Wetter. Ihr Maximum erreicht sie meist zur Mittagszeit, wenn auch der Verbrauch am höchsten ist. In einem gewissen Maße tragen die Solarstromspitzen zur Mittagszeit deshalb dazu bei, dass Grundlastkraftwerke kontinuierlicher betrieben werden können. Darüber hinausgehende Fluktuationen lassen sich teilweise auffangen, indem man Photovoltaik mit Windkraft und Biomasse zu Kombikraftwerken verbindet. Im Prinzip ist es auch möglich, den Strom zu speichern. Die Speicher kosten zwar noch relativ viel, doch Experten erwarten, dass die Kosten schnell sinken (siehe Seite 100).

Energiewende und Photovoltaik: Wer die Stromversorgung auf 100 Prozent erneuerbare Energien umstellen will, kommt um die Photovoltaik nicht herum. Wasserkraft, Geothermie und Biomasse werden vermutlich etwa zu einem Drittel dazu beitragen. Windkraft auf dem Land kann nicht den gesamten Rest abdecken. Bleiben die Windkraft auf dem Meer und die Photovoltaik. Beide liegen mit ihren Kosten noch deutlich über denen der bisherigen Stromerzeugung. Die Photovoltaik hat aber trotzdem gute Chancen, mit einem Anteil von 15 bis 30 Prozent zu der regenerativen Stromversorgung beizutragen, da die Kosten der Anlagen sehr schnell fallen, das mögliche Potenzial über 200 Gigawatt liegt und die Anlagen auf Gebäuden umweltverträglich und dezentral dort gebaut werden können, wo der Strom benötigt wird.

 

9.5.11

Die 'Photon' ist eine der führen Zeitschriften im Photovoltaikmarkt.

Photon hält eine Datenbank bereit, in der Daten zu Modultypen und Wechselrichtern abgerufen werden können.

Unter dem Button Verlag - Datenbanken gelangen Sie auf der folgenden Webseite zu Den Datenbanken.

 

Ausgewählte Artikel möchten wir Ihnen hier vorstellen:

Photon Modultest

Photon Ertragsemssung 2010

Studie des Photon Labors

Photon Marktübersicht 2010 - korrigiert

 

 

5.5.11

Die vierte Revolution ist möglich!

Film: DIE 4. REVOLUTION

 

18.04.2011

Eine Umfrage zu PV in Deutschland

 

17.04.2011

Was Strom wirklich kostet

das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft hat im Auftrag von Greenpeace Energy eine Studie erstellt.

 

Ergebnisse dieser Studie:

(Quelle: Greenpeace Energy, Hamburg)

 

... Die Studie summiert alle Stromkosten, staatliche Förderungen sowie externe Kosten auf, die den jeweiligen Energieträgern zurechenbar sind. Danach kostet eine Kilowattstunde Windstrom 2010 unterm Strich 7,6 Cent und Wasserstrom 6,5 Cent. Die Gesamtkosten für Strom aus Braun- und Steinkohlekraftwerken belaufen sich hingegen auf 12,1 Cent und für Atomkraft sogar auf 12,8 Cent je Kilowattstunde.

 

 

 

... So profitierte die Atomstromproduktion zwischen 1970 und 2010 von staatlichen Förderungen in Höhe von 186 Milliarden Euro. Der Steinkohle-Verstromung kamen 165 Milliarden Euro zugute, bei Braunkohle waren es 57 Milliarden Euro. Die erneuerbaren Energien erhielten im selben Zeitraum 28 Milliarden Euro, die Zusatzkosten des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) mit eingeschlossen. 

 

 

 

... Anders als Wind und Wasser ist Photovoltaik noch deutlich teurer als die konventionellen Energien. 2010 kostete eine Kilowattstunde Sonnenstrom 46,5 Cent. Swantje Küchler, Wissenschaftlerin beim FÖS und Co-Autorin der Studie, sieht dies als normale Anschubfinanzierung, wie sie in viel größerem Maße zuvor auch Kohle- und vor allem Atomkraft bekamen. So erhielt Atomkraft noch Anfang der 70er-Jahre* umgerechnet über 60 Cent je Kilowattstunde. „Die hohen vergangenen Förderungen haben die heutige Marktposition der Atomenergie überhaupt erst ermöglicht“, so Küchler ...

* das erste Atomkraftwerk deutschlands ging 1960 in Dresden in Betrieb.

 

 

 

QUELLE: http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk

 

 

 

Quelle: http://www.gruene-castrop-rauxel.de/?p=614

 

Due Grafik zeigt AKWs in Deutschland und die Erdbebengebiete.

 

 

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VORBILDER

 

Hier werden Beiträge veröffentlicht von Menschen, Unternehmen, Einrichtungen. Gemeinden und Städte die eine Energieversorgung aus 100% Erneuerbaren (EE) realisiert haben oder von Menschen, die sich für erneuerbare Energien einsetzen.

 

 

 

An erster Stelle ist hier Herrmann Scheer zu nennen. Hermann Scheer verstarb am 14.10.2010.

 

Er erhielt 1999 den alternativen Nobelpreis von "Right Livelihood Award"und ist Mitbegründer des erneuerbaren Energien Gesetzes.

 

Lesen Sie hier mehr über die Vision von Heermann Scheer.

Und seine Ansprache bei der Verleihung des Alternativen Nobelpreises.

(beides in englischer Sprache)

 

EUROSOLAR...ist die 1988 gegründete gemeinnützige Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien, unabhängig von Parteien, Institutionen, Unternehmen und Interessengruppen. Präsident ist ebenfalls Herrmann Scheer.

Ein Kommentar aus der Le Monde diplomatique von Februar 2010 von H. Scheer.

 

Okt. 2010

Monitor Bericht zur EEG-Umlage

http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2010/1021/strom.php5

Sept. 2010

EEG-Umlage für Solarstrom breit akzeptiert

Über den weiteren Ausbau der Solarstrom-Erzeugung besteht in Deutschland ein gesellschaftsübergreifender Konsens: Nach einer Umfrage von TNS Emnid sind 75 Prozent der Deutschen dazu bereit, stärker als bisher in die Förderung der Solarenergie zu investieren und bis zu 2 Cent pro Kilowattstunde für den Ausbau der Solarstromerzeugung zu zahlen. ... Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) e.V., Zusammenfassung: PHOTON. Lesen Sie hier.

 

Sept. 2010

Kosten und Nutzen der Erneuerbaren

Lesen Sie hier.

 

 

Erneuerbare Energien in der Debatte:

Wirtschaftsforscher ignorieren volkswirtschaftliche Effekte: Erneuerbare Energien verursachen keine versteckten Kosten. Artikel vom Bundesverband Erneuerbare Energien.

 

 

Kommentar der DGS zur Atomenergiepolitik der Bundesregierung

(Quelle: Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V., Zeitschrift Sonnenenergie, September/Oktober 2010, Autor Dr. Uwe Hartmann)

 

 

Zur geplanten Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke in Deutschland: Die Betreiber der Atomkraftwerke in Deutschland sind, wie wir wissen, Aktiengesellschaften. Oberstes Ziel der Vorstände und Geschäftsführer von Aktiengesellschaften ist es, Gewinne zu erzielen und diese zu maximieren (Kapitalismus 2.0). Alle anderen Ziele werden diesem untergeordnet. Die Nutzung von Gemeingütern wie Wasser, Boden und Luft wird hierbei als kostenfrei vorausgesetzt.

 

Vor diesem Hintergrund ist leicht zu verstehen, dass die Profite der vier AKW-Betreiber kontinuierlich sehr große Summen erreichen. So betrugen die Gewinne in den Jahren 2002 bis 2007 ca. 80 Milliarden Euro. Eon weist für das erste Halbjahr 2010 einen Gewinn von 6,1 Milliarden Euro aus. Diese Gewinne werden zu großen Teilen aus dem Betrieb der Atomkraftwerke gespeist.

 

Deshalb ist es kein Wunder, dass Johannes Theyssen, Vorstandsvorsitzender von Eon, im Tagesspiegel am 12. August diesen Jahres erklärte, er wolle für die Laufzeitverlängerung „bis zur Ziellinie im Interesse unseres Landes kämpfen“. Dieser Satz ist entlarvend, denn gemäß den beschriebenen Zusammenhängen gilt als oberstes Ziel vor allem die Profitmaximierung. Die Laufzeitverlängerung liegt somit allein im Interesse von Eon und nicht im Interesse der Bundesrepublik.

 

Werfen wir einen kurzen Blick auf die Geschichte der Atomkraftwerkstechnik in Deutschland: Mitte der 60er Jahre begannen die Planungen für eine neue Art von Atomkraftwerken, den so genannten schnellen Brüter. Wie der Name sagt, sollte er mehr spaltbares Material erbrüten als verbrauchen. Dazu wurde ein exotisches Kühlmittel, nämlich flüssiges Natrium, gebraucht. Im Laufe der Planung und des Baus stiegen die Kosten von 500 Millionen DM auf 7 Milliarden DM. Der schnelle Brüter in Kalkar ist mittlerweile eine Investitionsruine, er wurde 1985 fertig gestellt, ging aber nie in Betrieb. Die sicherheitstechnischen Bedenken der damaligen NRW-Landesregierung waren zu groß. Heute ist die Ruine ein Freizeitpark!

 

Das Atomkraftwerk Mühlheim-Kärlich wurde im Jahre 1986 für 7 Milliarden Euro fertig gestellt und absolvierte nach dem Probebetrieb gerade mal 100 Tage Regelbetrieb. Es musste 1988 abgeschaltet werden, da eine fehlerhafte Baugenehmigung vorlag (Erdbebengefährdung). Zurzeit läuft der Rückbau, der bis 2013 abgeschlossen sein soll. Dabei bleiben aber der Dampferzeuger und der Druckbehälter auf dem Gelände erhalten, da sie wegen der hohen Radioaktivität nicht rückgebaut werden können.

 

Eine weitere in den 60er und 70er Jahren verfolgte neue Technologie, der so genannte Kugelhaufen-Reaktor, führte ebenfalls nicht zum gewünschten Erfolg. Denn in der Versuchsanlage AVR in Jülich und dem kommerziellen Reaktor Hamm-Uentrop wurden beim Betrieb gravierende technische Probleme festgestellt (hohe Kontamination des Kühlmittels Helium, hoher Abrieb der Graphitkugeln, unvorhersehbares Fließverhalten der Kugeln im Reaktor). Der Reaktor in Hamm war aufgrund vieler Pannen nur 423 Volllasttage zwischen 1985 und 1989 in Betrieb, während der AVR in Jülich 21 Jahre Testbetrieb hinter sich hatte. Beide Reaktoren wurden unter Beton für mindestens 30 Jahre versiegelt. Die Versiegelung und andere Arbeiten am AVR kosten den Steuerzahler bis heute fast 200 Millionen Euro.

 

Zusammenfassend kann gesagt werden:

 

    * Eine Laufzeitverlängerung dient allein den Interessen der AKW-Betreiber und hat mit Versorgungssicherheit nichts zu tun.

    * Sie verursacht erhebliche zusätzliche Mengen an hoch radioaktiven abgebrannten Brennelementen.

    * Das ungelöste Problem der Endlagerung wird verschärft, der Steuerzahler wird mit hohen unkalkulierbaren Zusatzkosten belastet.

    * Sie behindert den weiteren notwendigen Ausbau der Erneuerbaren Energien.

 

 

Also: Biblis A sofort abschalten, Isar 1 und Biblis B im Jahr 2011 sowie Brunsbuettel, Unterweser und Philippsburg 1 im Jahr 2012. Das wäre konsequente und nachhaltige Energiepolitik.

 

 

 

Juli 2010

Treffen Sie eine Entscheidung

(Quelle: Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V., Zeitschrift Sonnenenergie, Juli/August 2010, Autor Dr. Jan Kai Dobelmann)

 

In dem zurückliegenden Jahrzehnt hat sich ein Trend entwickelt. In einer komplexen Welt setzt man auf Größe und demonstriert damit Stärke. Die allgegenwärtige Ratlosigkeit über das „Wie soll es weitergehen?“ wird damit kaschiert. Was aber haben uns große Strukturen und Organisationen mit ihren Versprechungen gebracht, die zumeist von Männern regiert werden, die ihren Ruhm und ihre Macht auf immer kürzere Zeit geliehen haben?

 

Too big to fail – in der Finanzpolitik:
Wir haben Banken, die so groß geworden sind, dass sich ihre Mitarbeiter auf der eigennützigen Jagd nach Provisionen jeden Fehltritt leisten können, da die  Politik Stürze dieser Finanzartistenstets mit einem weichen Korb voller Geld auffängt. Wenn der Korb zu klein wird, dann wird mal schnell am  Sonntagabend ein neues Polster in der Größe von drei Staatshaushalten gedruckt.

 

GAU gibt’s nicht – in der Atomtechnik:
Die Katastrophe von Tschernobyl gilt als die schwerste nukleare Havarie und als eine der schlimmsten Umweltkatastrophen aller Zeiten. Hintergrund dieser waren grundlegende Mängel in der Konstruktion des Reaktors sowie Planungs- und Bedienungsfehler.Der Unfall führte bei einer nicht genau bekannten Zahl von Menschen zum Tod. Die Situation in der Asse als Atommüllkippe deutet nicht darauf hin, dass es in der Deutschen Atomwirtschaft gänzlich andere Zustände gibt. Trotzdem soll die Laufzeitverlängerung aus wirtschaftlichen Gründen durchgeführt werden, denn Politik und Großindustrie bestimmen scheinbar die Grenzen der Sicherheit, nicht die Physik.

 

Zombies der Marktwirtschaft –die Automobilkonzerne:
Wir haben die großen Automobilkonzerne, die sich hartnäckig der Zukunft einer nachhaltigen Mobilität verweigern. Innovationen werden mit beiden Beinen blockiert. Wenn die Auswirkungen der verfehlten Modellpolitik sichtbar werden, müssen öffentliche Gelder dafür herhalten um in Zukunftsmärkten allenfalls als Co-Partner der Chinesen mithalten zu können.

 

Drill Baby Drill –Nachlässigkeit und Kostendruck in der Ölindustrie:
Wir haben Mitarbeiter von Ölkonzernen, die eigene Sicherheitsregeln aushebeln, damit Provisionen und Gewinn noch vor dem Öl sprudeln. Auch hier wird der Schaden durch die Allgemeinheit getragen, selbst wenn die Finanzmärkte eilig versichern, dass die Gewinne des letzten Jahres von BP ausreichten, um zwei Katastrophen dieser Größenordnung zu finanzieren.

 

Verwalter des Versagens –die Politik als Scherbenkehrer:
Der mächtigste Mann der Erde, US-Präsident Barack Obama,bohrte seine Finger zuletzt nachdenklich in den ölverseuchten Schlick am Strand von Lousiana. Hier wird deutlich, dass sein Machteinfluss lediglich auf Menschen wie seine über eine Million Soldaten einschüchternd wirkt. Naturgewalten, die Finanzmärkte und die Realität lässt dies jedoch völlig unbeeindruckt.

 

Auch wenn bis heute unklar ist, wann der Ölfluss aus der Bohrung je gestoppt wird, ist eines sicher: Die Katastrophe der Deepwater Horizon wird die Welt fossiler Brennstoffe nachhaltig verändern Es wird sie verändern wie das bereits die Automobilkrise die Welt des Autos, die Finanzkrise die Wirtschaft und Tschernobyl den Glauben an die Atomkraft getan hat. Leider wird von allen Beteiligten mit Machtpositionen bis zuletzt alles daran gesetzt werden, die eingetretenen Schäden erst schleichend sichtbar werden zu lassen.

 

Wer also nicht abwarten möchte, bis das Ausmaß aller Abgründe der Welt im Detail vermessen ist, und das Scheitern verkündet wird, sollte selber handeln.

Selbst ist der Versorger! Gerade bei Sonnenenergie.